Bava Metzia 63

Kapitel 63

א תרי מגו תלתא ואי נמי תרי סהדי דפלגת באפי בי תלתא
1 oder zwei von den dreien, oder zwei Zeugen, daß du vor drei Personen geteilt hast. Jener sprach: Woher entnimmst du dies?
ב א"ל מנא לך הא א"ל דתנן אם יש שם ב"ד מתנה בפניהם אין שם ב"ד בפני מי יתנה שלו קודם
2 Dieser erwiderte: Wir haben gelernt: Ist da ein Gericht vorhanden, so bedinge er sich dies vor diesem aus; ist da aber kein Gericht vorhanden, vor dem er sich dies ausbedingen könnte, so geht seines vor.
ג א"ל מי דמי התם דמפיק ממונא מהאי ומותיב להאי בעינן ב"ד אבל הכא דידיה שקלי גילוי מילתא בעלמא הוא בתרי סגי ליה תדע דתנן אלמנה מוכרת שלא בפני ב"ד
3 Jener entgegnete: Ist es denn gleich; da ist von einem Geld zu nehmen und dem anderen zu geben, daher ist ein Gericht erforderlich, hierbei aber habe ich ja meines genommen, und nur eine Bekundung ist nötig; hierfür genügen auch zwei. Dies ist auch zu beweisen, denn wir haben gelernt, eine Witwe dürfe ohne Hinzuziehung des Gerichtes verkaufen.
ד אמר ליה אביי ולאו מי אתמר עלה אמר רב יוסף בר מניומי אמר ר"נ אלמנה אינה צריכה ב"ד של מומחין אבל צריכה בית דין של הדיוטות:
4 Abajje erwiderte ihm: Hierzu wird ja aber gelehrt: R. Joseph b. Minjomi sagte im Namen R. Naḥmans: Die Witwe braucht hierzu kein autorisiertesGericht, wohl aber ein Laiengericht.
ה <big><strong>מתני׳</strong></big> מצאה ברפת אין חייב בה ברה"ר חייב בה ואם היתה בבית הקברות לא יטמא לה אם אמר לו אביו היטמא או שאמר לו אל תחזיר לא ישמע לו
5 <b>F</b><small>INDET MAN</small> [<small>EIN</small> V<small>IEH</small>] <small>IN EINEM</small> S<small>TALLE, SO IST MAN DAZU</small><small>NICHT VERPFLICHTET, WENN AUF ÖFFENTLICHEM</small> G<small>EBIETE, SO IST MAN DAZU VERPFLICHTET</small>. B<small>EFINDET ES SICH AUF EINEM</small> B<small>EGRÄBNISPLATZE, SO DARF ER</small> <small>SICH DIESERHALB NICHT VERUNREINIGEN</small>. W<small>ENN SEIN</small> V<small>ATER ZU IHM SAGT, DASS ER SICH WOHL VERUNREINIGE, ODER WENN ER ZU IHM SAGT, DASS ER ES NICHT ZURÜCKBRINGE, SO GEHORCHE ER IHM NICHT</small>.
ו פרק וטען פרק וטען אפילו ארבעה וחמשה פעמים חייב שנאמר (שמות כג, ה) עזב תעזב
6 H<small>AT ER ABGELADEN</small><small>UND AUFGELADEN, ABGELADEN UND AUFGELADEN, SELBST VIER- ODER FÜNFMAL, SO IST ER DAZU NOCH IMMER VERPFLICHTET. DENN ES HEISST</small>: <i>ablasten, ablasten sollst du</i>.
ז הלך וישב לו ואמר הואיל ועליך מצוה אם רצונך לפרוק פרוק פטור שנאמר עמו אם היה זקן או חולה חייב
7 W<small>ENN</small> [<small>DER</small> E<small>IGENTÜMER</small>] <small>FORTGEHT, SICH HINSETZT UND ZU IHM SAGT; DA DIR DIES GEBOTEN IST, SO LADE AB, WENN DU ABLADEN WILLST, SO IST ER DAVON FREI, DENN ES HEISST</small>: <i>mit ihm</i>; <small>IST JENER ABER ALT ODER KRANK, SO IST ER DAZU VERPFLICHTET</small>.
ח מצוה מן התורה לפרוק אבל לא לטעון ר"ש אומר אף לטעון
8 E<small>S IST EIN</small> G<small>EBOT DER</small> T<small>ORA ABLADEN UND NICHT AUFLADEN</small> [<small>ZU HELFEN</small>]; R. Š<small>IMO͑N SAGT, AUCH AUFLADEN</small>.
ט רבי יוסי הגלילי אומר אם היה עליו יתר על משאו אין זקוק לו שנאמר תחת משאו משאוי שיכול לעמוד בו:
9 R. J<small>OSE DER</small> G<small>ALILÄER SAGT, IST</small> [<small>DAS</small> T<small>IER</small>] <small>ÜBERMÄSSIG BELASTET, BRAUCHE MAN ES NICHT, DENN ES HEISST</small>:<i>unter seiner Last</i>, <small>EINE</small> L<small>AST, DIE ES TRAGEN KANN</small>.
י <big><strong>גמ׳</strong></big> אמר רבא רפת שאמרו אינה מתעה ואינה משמרת אינה מתעה מדקתני אינו חייב בה ואינה משמרת מדאיצטריך למיתני אינו חייב בה
10 GEMARA. Raba sagte: Unter Stall, von dem sie sprechen, ist einer zu verstehen, der weder verwirrendnoch gesichert ist. Nicht verwirrend, denn er lehrt, daß er dazu nicht verpflichtet ist; und nicht gesichert, weil er zu lehren für nötig hält, daß man dazu nicht verpflichtet ist.
יא דאי סלקא דעתך משמרת השתא משכח לה אבראי מעייל לה לגואי משכח לה מגואי מבעיא אלא שמע מינה אינה משמרת שמע מינה:
11 Wenn man nämlich sagen wollte, wenn er gesichert ist, so darf er es ja sogar dahineinbringen, wenn er es außerhalb findet, und um so mehr [zurücklassen], wenn er es darin findet. Vielmehr entnehme man hieraus, wenn er nicht gesichert ist. Schließe hieraus.
יב מצאה ברפת אינו חייב: א"ר יצחק והוא שעומדת תוך לתחום מכלל דברשות הרבים ואפילו בתוך התחום נמי חייב
12 F<small>INDET MAN</small> [<small>EIN</small> V<small>IEH</small>] <small>IN EINEM</small> S<small>TALLE, SO IST MAN DAZU NICHT VERPFLICHTET</small>. R. Jiçḥaq sagte: Dies nur, wenn es sich innerhalb des Stadtgebietes befindet. Demnach ist man, wenn man es auf öffentlichem Gebiete [findet], auch dann verpflichtet, wenn es sich innerhalb des Stadtgebietes befindet.
יג איכא דמתני לה אסיפא ברה"ר חייב בה אמר רבי יצחק והוא שעומדת חוץ לתחום מכלל דברפת אפילו עומדת חוץ לתחום נמי אינו חייב בה:
13 Manche beziehen dies auf den Schlußsatz: auf öffentlichem Gebiete ist man dazu verpflichtet. R. Jiçḥaq sagte: Dies nur, wenn es sich außerhalb des Stadtgebietes befindet. Demnach ist man, wenn man es im Stalle findet, nicht verpflichtet, auch wenn es sich außerhalb des Stadtgebietes befindet.
יד בבית הקברות לא יטמא לה: ת"ר מנין שאם אמר לו אביו היטמא או שאמר לו אל תחזיר שלא ישמע לו שנאמר (ויקרא יט, ג) איש אמו ואביו תיראו ואת שבתותי תשמרו אני ה' כולכם חייבין בכבודי
14 B<small>EFINDET ES SICH AUF EINEM</small> B<small>EGRÄBNISPLATZE, SO DARF ER SICH DIESERHALB NICHT VERUNREINIGEN</small>. Die Rabbanan lehrten: Woher, daß, wenn sein Vater zu ihm sagt, daß er sich verunreinige, oder daß er es nicht zurückbringe, er ihm nicht gehorche? Es heißt:<i>ihr sollt ein jeglicher seine Mutter und seinen Vater fürchten, und meine Ruhetage sollt ihr beobachten; ich bin der Herr</i>; meine Ehrungist euch allen geboten. –
טו טעמא דכתב רחמנא את שבתותי תשמרו הא לאו הכי הוה אמינא צייתא ליה ואמאי האי עשה והאי לא תעשה ועשה ולא אתי עשה ודחי את לא תעשה ועשה
15 Nur aus dem Grunde, weil der Allbarmherzige geschrieben hat: <i>meine Ruhetage sollt ihr beobachten</i>, sonst aber würde man geglaubt haben, daß er ihm gehorche; wieso denn, das eineist ja ein Gebot und das andere ist ein Verbot und ein Gebot, und ein Gebot kann ja nicht ein Verbot und ein Gebot verdrängen!? –
טז איצטריך ס"ד אמינא הואיל והוקש כיבוד אב ואם לכבודו של מקום שנאמר כאן (שמות כ, יא) כבד את אביך ואת אמך ונאמר להלן (משלי ג, ט) כבד את ה' מהונך הלכך לציית ליה קמ"ל דלא לשמע ליה:
16 Dies ist nötig. Man könnte glauben, daß er ihm wohl gehorche, da die Ehrung von Vater und Mutter der Ehrung Gottes gleichgestellt worden ist, denn es heißt:<i>ehre deinen Vater und deine Mutter</i>, und ferner heißt es:<i>ehre den Herrn mit deinem Gute</i>, so lehrt er uns, daß er ihm nicht gehorche.
יז מצוה מן התורה לפרוק אבל לא לטעון: מאי אבל לא לטעון אילימא אבל לא לטעון כלל מאי שנא פריקה דכתיב עזב תעזב עמו טעינה נמי הכתיב (דברים כב, ד) הקם תקים עמו
17 E<small>S IST</small> G<small>EBOT DER</small> T<small>ORA ABLADEN UND NICHT AUFLADEN</small> [<small>ZU HELFEN</small>]. Was heißt: ‘nicht aufladen’: wollte man sagen, überhaupt nicht aufladen, so gilt dies ja vom Abladen deshalb, weil es heißt: <i>du sollst mit ihm ablasten</i>, ebenso heißt es ja hinsichtlich des Aufladens: <i>du sollst mit ihm aufrichten</i>!? –
יח אלא מצוה מן התורה לפרוק בחנם ולא לטעון בחנם אלא בשכר ר"ש אומר אף לטעון בחנם תנינא להא דת"ר פריקה בחנם טעינה בשכר ר"ש אומר זו וזו בחנם
18 Vielmehr, es ist ein Gebot der Tora, unentgeltlich abladen, nicht aber unentgeltlich aufladen [zu helfen], sondern nur gegen Belohnung; R. Šimo͑n sagt, auch unentgeltlich aufladen. Wir lernen hier, was die Rabbanan gelehrt haben: Das Abladen unentgeltlich, das Aufladen gegen Belohnung. R. Šimo͑n sagt, beides unentgeltlich. –
יט מאי טעמייהו דרבנן דאי ס"ד כר"ש לכתוב רחמנא טעינה ולא בעי פריקה ואנא אמינא ומה טעינה דלית בה צער בעלי חיים וליכא חסרון כיס חייב פריקה דאית בה צער בעלי חיים וחסרון כיס לא כל שכן אלא למאי הלכתא כתביה רחמנא לומר לך פריקה בחנם טעינה בשכר
19 Was ist der Grund der Rabbanan? – Nach der Ansicht R. Šimo͑ns sollte der Allbarmherzige dies nur vom Aufladen und nicht vom Abladen geschrieben haben, und ich würde gefolgert haben: wenn man aufladen helfen [muß], wobei weder Tierquälerei noch Geldschaden zu berücksichtigen ist, um wieviel mehr abladen, wobei Tierquälerei und Geldschaden zu berücksichtigen ist. Wenn aber der Allbarmherzige es trotzdem geschrieben hat, so besagt dies: abladen unentgeltlich, aufladen gegen Belohnung. –
כ ורבי שמעון מאי טעמא משום דלא מסיימי קראי
20 Und R. Šimo͑n!? – Die Schriftverse sind nicht bezeichnet. –
כא ורבנן אמאי לא מסיימי קראי הכא כתיב רובץ תחת משאו התם כתיב נופלין בדרך דרמו אינהו וטעונייהו באורחא משמע ורבי שמעון נופלין בדרך אינהו וטעונייהו עלוייהו משמע
21 Und die Rabbanan!? – Sie sind wohl bezeichnet; hier heißt es: <i>unter seiner Last liegend</i>, und dort heißt es: <i>auf dem Wege hingefallen</i>, was zu verstehen ist, wenn auch die Last auf dem Wege liegt. – Und R. Šimo͑n!? – Unter <i>auf dem Wege hingefallen</i> ist zu verstehen, es und seine Last auf ihm.
כב אמר רבא
22 Raba sagte: